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25.6.21-26.6.21 | Tessin

Grenzarchitektur der Regio Insubrica

Wohnen auf der Grenze Einführung „Wir müssen auf jede Umstrukturierung von Grenz- und Grenzsystemen achten, da jede Veränderung niemals arglos ist: Sie wird immer die Existenz von Menschen in ihrer täglich gelebten Territorialität beeinflussen.“ Claude Raffestin, 1980 Ein Jahr ist es nun her, als eintraf, was in unserem Denken unvorstellbar war. Ein winziges Virus nahm die ganze Welt gefangen und führte zu Beschränkungen, die unser alltägliches Leben völlig auf den Kopf stellten. Vielerorts durften wir auf einmal nicht mehr unsere Häuser verlassen, geschweige denn Grenzen überschreiten – Grenzen zwischen Ländern, die zwar auf den Landkarten existierten, aber nicht in den Köpfen der Menschen, die jeden Tag zum Arbeiten oder Einkaufen die Seiten wechselten. Die italienisch-schweizerische Grenze im Kanton Tessin – insbesondere die der Regio Insubrica – schlängelt sich im Zickzack durch eine voralpine Seen-Landschaft, die zu den am dichtesten besiedelten und bevölkerungsreichsten Regionen an der Südgrenze der Schweiz zählt und sich durch ihre landschaftliche, kulturelle, historische und sprachliche Homogenität auszeichnet. Hinzu kommen die engen wirtschaftlichen Verflechtungen zwischen dem Tessin und den benachbarten italienischen Provinzen der Lombardei. Geografen wie Claude Raffestin bezeichnen den Grenzverlauf in dieser Region daher als „komplex“ (complesso), weil er sich aus der geografischen Situation ergibt, aber auch als „weiterführend, nachfolgend“ (sus- seguente), weil die dort siedelnden Menschen diesen Landstrich in ihrem Sinne gestalteten und formten. Nach dem Ausbruch von Covid-19 wurde die Grenze zwischen der Schweiz und Italien vom 9. März bis 15. Juni 2020, wie auch im Herbst 2020 geschlossen. Die neuen Regelungen wirkten sich unterschiedlich auf die nördlich und südlich gelegenen Teile der Grenze aus: Italienische Grenzgänger, vor allen die, die bevorzugt in Gesundheitsberufen in der Schweiz arbeiten, benötigten auf einmal Genehmigungen, um ihren Arbeitsplatz zu erreichen. Ein großer Teil der Tessiner Bevölkerung, die jenseits der Grenze ihren täglichen Bedarf an Lebensmitteln und Kleidung deckte, durfte die Grenze nicht mehr überschreiten. Das geschäftige Leben in der Grenzregion kam zum Erliegen, der wirtschaftlichen Dynamik ging die Luft aus. Es folgten Entlassungen und somit finanzielle Not. Diese pandemiebedingte Entwicklung in einem Grenzgebiet stellt nun Architekten, Geografen, Historiker und Ökonomen vor neue Herausforderungen. Auch angesichts der weitaus größeren Bedrohung, die der Klimawandel mit sich bringt, gilt es neue Modelle des Zusammenlebens zu erkunden und umzusetzen. Welche Maßnahmen werden in der Schweiz ergriffen? Welches werden die Wohnmodelle sein, die künftig den neuen Lebensstilen gerecht werden, die uns in den letzten Monaten auferlegt wurden? Die zuständigen Gremien und Institutionen haben sich bereits zusammengeschlossen, um Lösungen zu erarbeiten – darunter eine interdisziplinär zusammengestellte Gruppe, die für den diesjährigen Schweizer Pavillon der Architektur-Biennale in Venedig die Wahrnehmung von Städten in Grenzsituati- onen thematisiert. Die Schweiz hat den bisherigen Verlauf der Pandemiekrise mit einem besonderen Fokus auf die Nachbarländer und deren regulatorische Rahmenbedingungen gemeistert. Unser Vorstand von a&k nahm die politischen Entscheidungsprozesse daher auf, um den Blick gezielt auf Grenzregionen zu richten. „Wohnen auf der Grenze“ lautet daher auch das Thema unseres nächsten Symposiums am 25. Juni 2021. Wir stellen uns eine Grenze mit eigener Architektur vor, die neue Wohnräume schafft und nicht nur als eine zu überwindende Barriere wahrgenommen wird. In unserer Vision nehmen wir die Grenze als Wohnort wahr, interpretieren sie als Labor oder „privilegiertes Observatorium“, um mit neuen räumlichen und wirtschaftlichen Modellen zu experimentieren. Gleichzeitig unternehmen wir den Versuch, die Begriffe „Identität“, „Globalisierung“ und „Grenze“ von ihrer statischen und dogmatischen Definition zu befreien. Wir glauben an das Potenzial von Grenzgebieten, gerade aufgrund ihrer regionalen Unterschiede, die erhalten und untersucht werden müssen. Aus unserer Sicht ist eine permanente Weiterentwicklung notwendig, um die besondere Dynamik in diesen Regionen zu bewahren, die typisch ist für hochzivilisierte Orte, die aber in den letzten Jahren durch eher provinziell und konservativ geprägte politische Visionen ernsthaft bedroht wurde. Folglich wollen wir die Mythen der Neutralität (wenn auch militarisiert), des Föderalismus und der direkten Demokratie überdenken (Siehe K. Accossato, Architektur eines Grenz- landes, PhD in Architectural Composition, IUAV, Venedig, 1998; O. Mazzoleni, R. Ratti, (herausgegeben von) Identità nel Globalità, Schweizerisches Gewissen / Giampiero Casagrande, 2009).

Als Architekten liegt es in unserer Verantwortung, den öffentlichen Raum zu interpretieren und zu fördern. Wegen des starken Interesses an dem Thema „Grenzregion“ bieten wir vom a&k im laufenden Jahr verschiedene Aktivitäten an, darunter Exkursionen, Workshops und Führungen in Schweizer Grenzgebieten.

Programm

  • 25. Juni 2021 Freitag

  • 15.00 Uhr Symposium, Kulturmuseum MUSEC Lu- gano, „Abitare la frontiera“ mit streaming Ausstellungsbesuch und Apéro in Museum Abend: Führung bis an LAC Museum und neue Universität Campus (USI SUPSI) zu Fuss Hotel in Lugano

  • 26. Juni 2021 Samstag

  • 11.00 Uhr Ausflug mit dem Boot von Lugano zum Zollmuseum (Museo delle Dogane) in Gandria 13.00 Mittagessen im Grotto in Gandria 14.30 Ausflug mit dem Bus nach Balerna (FERCASA), Chiasso (Max Museo) und Como (Razionalistische Architektur von A. Terragni).

  • 19.00 Uhr Rückfahrt mit dem Bus nach Lugano

Leistungen

  • 1 x Übernachtung

  • 1 x Frühstücksbuffet

  • 1 x Mittagessen

  • Koordination und Führungen durch Katia Accossato

  • Eintrittsgelder & Organisation aller Innenbesichtigungen Transport vor Ort mit dem Bus, mit dem Boot (oder öffentlichen Verkehrsmitteln)

Nicht enthalten sind:

Nicht aufgeführte Essen und Getränke Individuelle Anreise Ausgaben des persönlichen Bedarfs Reiserücktrittversicherung

Reisekosten

  • Mitglieder des Fachvereins a&k
    CHF. 550.- pro Person im Doppelzimmer
    CHF. 600.- pro Person im Einzelzimmer

  • Nichtmitglieder des Fachvereins a&k
    CHF. 580 pro Person im Doppelzimmer
    CHF. 630 pro Person im Einzelzimmer

Der jährliche Mitgliederbeitrag bei a&k, beträgt 80 CHF für Mitgliederdes sia und 90 CHF für Nichtmitglieder des sia.

Teilnehmerzahl:

Maximal 15 Personen und mindestens 10 Personen.
Anmeldung bis 25.04.2021

Anmeldung

Anmeldeformular: 

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